97 % Selbstsperren bei OASIS zeichnen ein verantwortungsvolles Bild deutscher Spieler
Das OASIS Sperrsystem ist seit der Legalisierung des Online Glücksspiels durch den Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) ein wichtiges Werkzeug für den Spielerschutz. In einem exklusiven Interview gewährte uns ein Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Darmstadt Einblick und teilte interessante Zahlen.
OASIS Sperrsystem laut Regierungspräsidium in Darmstadt ein großer Erfolg
Die OASIS Sperrdatei dient dem Schutz der Spieler vor übermäßigen Ausgaben für das Glücksspiel.
Laut des Mitarbeiters des Regierungspräsidiums in Darmstadt, dessen Identität wir aus Gründen der Persönlichkeitsrechte nicht nennen, habe sich das System in den vergangenen Jahren als „zuverlässiges Instrument des Spielerschutzes bei den Spielern und Glücksspielveranstaltern etabliert“.
So sei die gestiegene Gesamtzahl der Spielsperren im Verlauf der Jahre ein Beleg für die Funktionsweise. „Auch die Anzahl der an OASIS angeschlossenen Veranstalter (aktuell 9.000) und Betriebsstätten (42.000) steigt ununterbrochen weiter“, so der Behörden-Mitarbeiter.
97 % der OASIS Sperren sind Selbstsperren durch die Spieler
Möglich sind Sperren über das OASIS System in Form einer Selbstsperre und einer Fremdsperre, wobei der Anteil der OASIS Selbstsperren deutlich höher liegt.
Das Regierungspräsidium in Darmstadt erklärt hierzu: „Aktuell sind 97 % aller eingetragenen Sperren Selbstsperren, das heißt von den gesperrten Spielern selbst beantragt.“

Keine Einschätzung zur Umgehung der OASIS Spielsperre möglich
Trotz aller sichtbaren Erfolge des Sperrsystems räumt die Behörde im Interview ein, dass angenommen werden müsse, dass illegale Glücksspielanbieter eine Beeinträchtigung für die Mechanismen darstellen würden.
Spieler würden sich bei der Beschränkung der eigenen Spielfreiheit ohnehin schwer tun. „In einer solchen Situation ist die Möglichkeit der Umgehung der selbst errungenen Spielersperre kontraproduktiv und dürfte die Gefahr eines Rückfalls erhöhen“, erklärt die Behörde.
Eine belastbare Einschätzung, wie konkret illegale Glücksspielanbieter die Umgehung von OASIS und dessen Schutzwirkung ermöglichen, liegt laut Regierungspräsidium jedoch nicht vor.
Behörde berichtet von Missverständnissen bei der Sperrfrist für Selbstsperren
In der allgemeinen Öffentlichkeit gibt es laut des Regierungspräsidiums keine Missverständnisse in Bezug auf die Sperrdatei.
Festzustellen sei jedoch, „dass gerade im Internet eine nicht unerhebliche Menge an Falschinformationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen speziell in Bezug auf die Sperraufhebungen existiert“, so der Mitarbeiter.
Ein Beispiel hierfür sei die Mindestsperrfrist der Selbstsperre, die oftmals nicht als bindend verstanden werden würde und die Spieler im Nachhinein verkürzen wollen.
„Uns erreichen regelmäßig Anrufe oder Anfragen per E-Mail, in denen uns gegenüber unter Berufung auf entgegenstehende Aussagen auf unseriösen Internetseiten oder Foren regelmäßig Unverständnis und Unmut geäußert wird, wenn unsererseits auf die geltende Rechtslage hingewiesen wird“, so de Behörden-Mitarbeiter.
Die Verfolgung der Fehlinformationen im Internet sei schwierig und „eine Mammutaufgabe mit oftmals geringem Erfolg“.
Aufhebung von fehlerhaften Spielsperren nur durch das Regierungspräsidium möglich
Sollten Spieler in ihren Augen zu Unrecht gesperrt worden sein, besteht laut Angaben des Regierungspräsidiums die Möglichkeit einer Aufhebung der OASIS Sperre.
Wichtig sei jedoch bei sogenannten „Fehlsperren“, welche Stelle die Sperre eingetragen habe, so der Mitarbeiter. „Denn im Gegensatz zur Aufhebung, kann die Sperreintragung auch durch die Veranstalter erfolgen mit der Folge, dass die Sperrunterlagen in einem solchen Fall nicht im Regierungspräsidium Darmstadt vorliegen, sondern bei dem jeweiligen Veranstalter (…).“
In einem solchen Fall sollten sich Spieler zuerst an den Veranstalter wenden und mit diesem den Sachverhalt klären.
„Wenn der Veranstalter uns gegenüber nachvollziehbar und übereinstimmend mit den Angaben des Spielers bestätigt, dass z.B. bei der Eintragung der Mindestsperrfrist ein Fehler geschehen ist, kann grundsätzlich auch eine Korrektur der Sperre durch das Regierungspräsidium Darmstadt erfolgen“, so der Mitarbeiter.
Würden sich die Angaben von Spieler und Veranstalter widersprechen, könne die Behörde in der Regel nicht von einer Fehlsperre ausgehen.
„Aber auch hier erfolgt bereits jetzt eine sorgfältige Prüfung des Einzelfalles“, erklärt der Mitarbeiter. Diese sei notwendig, um die Effektivität des Sperrsystems und damit des Spielerschutzes zu gewährleisten.
Zusammenspiel zwischen Selbstsperre, Fremdsperre und 24-Stunden-Pause hat sich bewährt
Immer wieder zur Diskussion stehen im Glücksspielbereich flexiblere Sperrmodelle, um auf die unterschiedlichen Risikoprofile der Spieler besser eingehen zu können.
Ein konkreter Handlungsbedarf ist in den Augen der Behörde nicht gegeben:
„Bereits das jetzige Sperrsystem besitzt mehrere Stufen zur Berücksichtigung individueller Gefährdungsgrade. So besteht neben der „normalen“ OASIS Selbstsperre, bei der der Mindestsperrzeitraum selbst gewählt werden kann, und der Fremdsperre im Bereich des Online-Glücksspiels zusätzlich noch die Möglichkeit einer 24-Stunden-Sperre (…)“
Vielmehr verweist der Mitarbeiter auf ein erfolgreiches Zusammenspiel der verfügbaren Modelle Selbstsperre, Fremdsperre und Panikbutton für eine Sofortpause:
„Nach hiesiger Erfahrung hat sich das Zusammenspiel dieser verschiedenen Sperrtypen bewährt, sodass kein zwingender Bedarf für eine weitere Flexibilisierung gesehen wird“, so der Mitarbeiter, der ergänzte: „Einer Diskussion über andere Modelle stehen wir jedoch selbstverständlich grundsätzlich offen gegenüber.“

Regierungspräsidium plant weitere Maßnahmen zur Sensibilisierung junger Spieler
Um insbesondere junge Menschen frühzeitig für Sperrmöglichkeiten und Hilfsangebote zu sensibilisieren, plant die Behörde eigenen Angaben zur Folge weitere Maßnahmen.
„Hier gibt es verschiedene Ideen, wie z.B. die Aufnahme eines Podcasts zu den wichtigsten OASIS-Themen, die aus unserer Sicht in dem Bereich zukünftig einen wichtigen Beitrag zum Spielerschutz leisten können“, erklärt der Mitarbeiter.
